Änderung des deutschen Waffengesetzes geplant

Shutterstock

Der VDMA Fachverband Sicherheitssysteme begrüßt die geplante Neuregelung der Waffenaufbewahrung.

Aktuelle Regelung überholt

Die aktuellen Anforderungen an die Waffenaufbewahrung sind bereits 15 Jahre alt. Eine Neuregelung durch den Gesetzesgeber ist daher längst überfällig. Laut §36 des Waffengesetzes sind noch Schränke nach dem Einheitsblatt VDMA 24992 erlaubt. Diese werden laut Waffengesetz als gleichwertig zu Schränken nach der EN 1143-1 eingestuft. Diese Einschätzung ist allerdings längst überholt:

  • Wegen sicherheitstechnischer Bedenken wurde das Einheitsblatt VDMA 24992 bereits im Jahre 2003 zurückgezogen.
  • Schon Prüfungen im Jahre 2004 zeigten, dass Schränke nach dem Einheitsblatt VDMA 24992 um bis zu 80% unsicherer einzustufen sind als Schränke nach der Europäischen Norm EN 1143-1.
  • Mit dem Rückzug des Einheitsblattes hat der VDMA auch seine stichprobenartige Marktüberwachung von VDMA-Schränken eingestellt. Es ist daher nicht auszuschließen, dass das Sicherheitsniveau der VDMA-Schränke noch weiter gesunken ist.
  • Schränke der Stufe A nach dem Einheitsblatt VDMA 24992 waren zur Aufbewahrung von Schriftgut vorgesehen. Zur Aufbewahrung waren diese Schränke schon in den 80iger Jahren nicht geeignet.

VDMA begrüßt Gesetzesentwurf

Dem Gesetzesentwurf vom Januar 2017 steht der VDMA Fachverband Sicherheitssysteme daher positiv gegenüber. Dieser sieht eine Aufbewahrung in Schränken nach der in Europa anerkannten Norm EN 1143-1 vor. Dies schafft nicht nur mehr Sicherheit bei eventuellen Einbrüchen auch dem Waffenbesitzer wird geholfen. Bei Kontrollen durch die Waffenbehörden gab es in der Vergangenheit oft Diskussionen, ob ein Schrank die Anforderungen des Einheitsblattes erfülle oder nicht. Dem wird nun Abhilfe durch eine eindeutige Regelung geschaffen.

Schützen und Jäger sollten sich vor Kauf beraten lassen

Schützen und Jäger sollten sich dennoch vor dem Kauf eines neuen Waffenschrankes beraten lassen. Die im Gesetz angegebenen Waffenschränke des Widerstandsgrades 0 und I nach der EN 1143-1 sollten nur als Mindestsicherung gesehen werden. In einigen Fällen ist auch ein höherer Widerstandsgrad ratsam.

Beim jetzigen Gesetzesentwurf gibt es allerdings aus Sicht des Fachverbandes noch Verbesserungspotenzial. Es ist nicht klar, warum beim Widerstandsgrad 0 eine Unterscheidung nach Gewicht erfolgt, während beim Widerstandsgrad I dies nicht der Fall ist. Wichtiger als das Gewicht ist aus Sicht des Fachverbandes eine fachgerechte Verankerung.

Ähnliche Artikel