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EN 1143-1, EN 1143-2 und EN 14450

01.09.2014 | id:297281

Für die Erarbeitung von Europäischen Normen für Einbruchdiebstahl-Produkte ist die CEN/TC 263 Arbeitsgruppe WG1 "Einbruchwiderstand" verantwortlich.

Folgende Europäische Normen für diesen Produktbereich sind veröffentlicht worden:

EN 1143-1:2012 "Wertschutzschränke, Wertschutzschränke für Geldautomaten, Wertschutzraumtüren und Wertschutzräume" - Neufassung April 2012

Auf Grundlage der EN 1143-1 werden Wertschutzschränke, Wertschutzschränke für Geldautomaten, Wertschutzräume sowie Wertschutzraumtüren nach ihrem Widerstandswert gegen Einbruchdiebstahl geprüft. Die Widerstandsgrade reichen je nach Produkttyp von 0 (bzw. L) bis XIII. Bei der Prüfung wird zwischen Volldurchbruch und Teildurchbruch ("Handloch") unterschieden.

Im Rahmen des UAP-Verfahrens (Unique Acceptance Procedure), das am 15. Februar 2012 mit positivem Ergebnis abgeschlossen worden ist, haben 16 CEN-Mitglieder dem Entwurf für die Neufassung der EN 1143-1 zugestimmt.

Sockel für Wertschutzschränke für Geldautomaten

Die Anforderungen und prüftechnischen Kriterien für den Verankerungstext von "starren Sockeln" für Wertschutzschränke für Geldautomaten (Angriff mit Werkzeugen auf Befestigungen, Anforderungen und Prüfkriterien für Verankerungsprüfungen) sind optimiert worden. neben den "starren Sockeln" können ATM safes künftig auch mit "flexiblen Sockeln" ausgerüstet werden.

Angriffe mit Gas auf Wertschutzschränke für Geldautomaten

Aufgrund der zunehmenden Angriffe mit Gas auf ATM-Safes und der fehlenden Erfahrungen bei der Absicherung des mechanischen Schutzes der Geldautomaten sind in der Neufassung der EN 1143-1 Anforderungen und prüftechnische Kriterien für derartige Test enthalten.

Aktualisierung auf aktuelle Angriffsmetholden

Seit 2011 befasst sich die Arbeitsgruppe mit einer möglichen Überarbeitung der Normreihe EN 1143 auf aktuelle Angriffsmethoden. Ziel ist es, den Werkzeugkatalog auf Grundlage des aktuellen Standes der Technik zu prüfen und ggf. zu optimieren.

EN 1143-2:2001 "Deposit-Systeme (DS)"

Im Verlauf der Beratungen über die EN 1143-2 hat die WG1 festgestellt, dass diese Europäische Norm unter Berücksichtigung der technischen Entwicklung dem Stand der Technik angepasst werden muss. Dies betrifft insbesondere die Anforderungen an die Kryptographie. Aus diesem Grund ist die WG1/WG3 Joint Working Group (JWG) "Cryptography" mit dem Auftrag eingesetzt worden, die Anforderungen an die "Kryptographie" und deren Anwendung in Deposit-Systemen nach EN 1143-2:2001 sowie in Hochsicherheitsschlössern nach EN 1300 zu bewerten und zu optimieren.

Im Zuge der Beratungen der WG1 über die Weiterentwicklung der EN 1143-2 ist die Struktur zur Vermeidung von Missverständnissen zwischen Zertifizierungsstellen, Prüflaboratorien, Herstellern und Anwendern optimiert werden. Darüber hinaus sind die Methoden, die bei der Verankerungsprüfung an Deposit-Systemen (Deposit Safes und Nachttresoren) anzuwenden sind, überprüft und optimiert worden. Zusätzlich ist analog der EN 1143-1 eines optional Prüfung zum Schutz gegen Gasangriffe definiert worden.

Die formelle Abstimmung zu dieser Norm fand vom 19. September 2013 bis zum 19. November 2013 statt. Mit 18 positiven und 0 negativen Stimmen gilt die Norm als angenommen. Die EN 1143-2:2014 ist am 7. Mai 2014 durch CEN veröffentlicht worden. Die deutsche Ausgabe (DIN EN 1143-2:2014-09) ist mit Datum September 2014 bem Beuth Verlag bestellbar.

EN 14450:2005 "Sicherheitsschränke"

Die EN 14450 ist im März 2005 veröffentlicht worden. Die Norm enthält Anforderungen und prüftechnische Kriterien für Produkte mit zwei Sicherheitsstufen (S1 und S2) unterhalb des Widerstandsgrades 0 nach EN 1143-1:2012. Sicherheitsschränke werden vor allem im privaten Bereich eingesetzt.

Normungsprojekt - Richtlinie für Füllmaterialien

Die WG1 hat eine "Richtlinie für die Qualitätssicherung von Füllmaterialien" als Regelwerk für Hersteller und Zertifikatsinhaber von Wertbehältnissen mit folgenden Kernpunkten erarbeitet:

  • Richtlinie für Produkte zum Schutz gegen Einbruchdiebstahl und Brände
  • Konformitätserklärung des Herstellers, keine Zertifizierungsgrundlage
  • Rahmenbedingungen für firmeninterne Prüfungen von Füllmaterialien im Rahmen des QM-Systems nach ISO 9001:2008
  • Akkreditierung nach EN ISO/IEC 17025 des Materialprüflabors (z.B. betriebsinternes Labor) ist nicht unbedingt erforderlich
  • Nutzung der Füllstoff-Richtlinie für zwingend notwendige externe Prüfungen von Füllstoffen im Rahmen der Zertifizierung ist möglich
  • Geltende Zertifizierungsrichtlinien für Füllstoffe der nach EN 45011 akkreditierten Zertifizierungsstellen sind von der Füllstoff-Richtlinie nicht betroffen

 

Bildquelle : VDMA Sicherheitssysteme

Adomat, Falko
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